Investing

Reale Rendite mit Aktien? Nur mit Disziplin und Köpfchen!

Im Video “Dividendenfalle !” macht Fintool (@fintoolinfo) darauf aufmerksam, dass die Aktienrenditen bei Konsum der Dividenden regelrecht einbrechen. Nur die Reinvestition der Dividenden sichere die Rendite (von gemäss Faustregel rund 8% p.a.). Per Tweet füge ich an, dass die Reinvestition der Dividenden notwendig aber noch lange nicht hinreichend ist.

Von den 8% der Faustregel sind nämlich abzuziehen:

  • Vermögenssteuer (je nach Wohnort) 0.5—1%
  • Einkommenssteuer auf Dividenden (je nach Höhe der Dividenden und Wohnort) 0.5—1%
  • Bankgebühr (ETF in günstigem Depot bis Verwaltungs-Mandat) 0.5—1.5%
  • Inflation (Schweiz im Schnitt der letzten 100 Jahre) 2%

Das sind im ungünstigsten Fall 5.5%. Wer dazu noch die Dividenden in Höhe von 2-3% verkonsumiert, schafft kaum den Erhalt der Substanz. Es braucht deshalb selbst bei Aktieninvestments Sparsamkeit, Disziplin und Grips, um den Zinseszins-Effekt in Gang zu setzen.

Warren Buffett liefert Anschauungsunterricht, wie man dieses Rad nicht nur in Gang setzt, sondern optimiert.

Erstens arbeitet er in seiner Berkshire Hathaway mit Leverage, aber nicht irgendeiner Leverage: er investiert den “free float” seiner Versicherungen. Das ist Fremdkapital, das gratis und in der Regel kurz- bis mittelfristig nicht rückzahlbar ist.

Zweitens kann ich mir gut vorstellen, dass Kapital und Erträge von Versicherungen steuerlich begünstigt sind – es gibt ja gute Gründe dafür, dass der Staat private Rücklagen für Notfälle nicht antastet. Dazu kommt die Policy, nichts auszuschütten, was sicher im Schweizerischen Kontext ein Vorteil bei den Einkommenssteuern ist.

Drittens sind die Verwaltungskosten von Berkshire Hathaway minimal.

Der Inflation schliesslich kann selbst ein Buffett nicht ausweichen. Aber Aktieninvestment in zukunftsfähige, solide finanzierte Firmen sind in der langen Frist ein Hedge gegen die Inflation.

Kann ein Kleininvestor es Warren Buffett gleichtun? In der Regel nicht, aber der Unterschied zwischen mit 100’000 anfangen und mit 100’000 sterben auf der einen Seite, und mit 100’000 anfangen und mit 1 Mrd. sterben (das ist die Performance of Berkshire über ein Menschenleben) beginnt mit der disziplinierten Optimierung aller Stellschrauben und Nachkommastellen des Zinsrads.

*** SW/2018-MAR-04

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