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Was bedeuten die Fremdwährungspositionen der SNB?

Wie kamen sie zustande?

Die Fremdwährungsreserven der SNB kann man als eine Verstaatlichung  des Netto-Auslandvermögens der Schweiz ansehen. Oder besser: eine Flucht des Netto-Auslandsvermögens unter die schützenden Rockschösse von Mutter Helvetia. Worum geht es?

Das Brutto-Auslandvermögen der Schweiz hat einen Umfang von vielleicht 5 Bio. CHF, des Netto-Auslandvermögen von 700 Mrd. CHF (rund 1/7 davon). Die Fremdwährungsreserven der SNB sind seit Beginn der Krise im Jahr 2007 in Schüben von fast nichts auf vielleicht 500 Mrd. angewachsen.

Wieso drängelte also plötzlich ein Zehntel des Ausland-Engagements der Schweiz nach Hause? Ich kann hier bisher nur Vermutungen anstellen, aber sie scheinen mir bisher am Plausibelsten. Die Direktinvestitionen waren es nicht. Von kaum einer Firma ist bekannt, dass sie in Panik Tochtergesellschaften verkauft hätte. Kaum ein Nachbar hat sein Ferienhäuschen am Meer abgestossen. Nein, es waren Insider mit ihren liquiden Nominalwerten, die es urplötzlich mit der Angst zu tun bekamen. Der Finanzarm einer Siemens, der eine Banklizenz beantragt, um seine EUR-Liquidität direkt bei der EZB ins Trockene zu bringe – ohne Gegenparteien-Risiko. Die Eurokrise bricht aus. Gleichzeitig verlangt die Aufsicht von den Finanz-Instituten, dass sie ihre Leverage reduzieren und das Eingekapital stärken. Die Panik war bei den hauchdünn kapitalisierten Finanzwerten. Die SNB konnte nicht gut verlangen, das Rad des Carry-Trades sei rückabzuwickeln und am Ausgang nicht bereitstehen. Der Franken hätte stark aufgewertet und die meisten Teilnehmer an der Party hätten wegen Währungsverlusten ihr Eigenkapital aufgezehrt, bevor sie die Türe erreicht hätten.

Sind denn im Gegenzug im grossen Massstab ausländische Gelder in den CHF geflossen (diese Präzisierung ist wichtig, denn punkto Währungspolitik ist die SNB für das CHF-Universum zuständig – nur bei der Finanzmarkt-Stabilität ist sie über ihre geographische Zuständigkeit für Institute mit Schweizer Sitz via deren Fremdwährungs-Exposure am Rand auch von Fremdwährungen betroffen)? Eher nicht.

 

Politisch sinnvoll, denn SNB-held Assets haben mit der Regierung schon einen einigermassen potenten Fürsprecher hinter sich.

Aufwertung abzuwenden ist aber kein Ziel an sich, allerdings sollte der reale Produktionsapparat auch nicht kaputtegehen.

Aber die positiven Seiten der Aufwertung sollten auch häufiger beleuchtet werden => Sozialisierung der Produktivitätsgewinne der Exportwirtschaft.

 

 

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