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Sich am Wind berauschen ist keine gute Idee

Helmut Stalder schreibt am 18.11.2017 in der NZZ (“Windrausch im Wilden Westen“), es sei vom Grundsatz her richtig, das Potenzial an Windkraft in der Schweiz auszuschöpfen.

Das kann ökonomisch nicht stimmen. Die Schweizer Wirtschaft ist Weltmeister im Fokussieren auf komparative Vorteile. Alles andere stirbt schnell. Hat die Schweiz bei Wind und Sonne komparative Vorteile? Ein Franken investiert in Windturbinen oder Sonnenpaneele wirft in der Nordsee beziehungsweise in der Atacama-Wüste den dreifachen Stromertrag ab. Das sagt alles.
Klar, man muss aus diesem fernen Strom chemische Treibstoffe synthetisieren, um die Energie transportier- und speicherbar zu machen. Das muss man aber auch mit nahem Strom, denn Schweizer Wind- und Sonnenkraft trifft im zeitlichen Verlauf auf eine subventionierte Angebotsschwemme in Europa. Ohne Umwandlung ist sie wertlos. Lokale Speichermedien wie Stauseen und Batterien erhöhen die Wertigkeit des Stroms nicht wesentlich, denn sie können über Stunden und Tage glätten, nicht aber zwischen Jahreszeiten ausgleichen.
Das einzige im Grundsatz richtige Verhalten ist deshalb abwarten und mit möglichst tiefen Kosten die Versorgungssicherheit wahren.
Wer hingegen Aktivitäten mit komparativen Nachteilen subventioniert, vernichtet Kapital und Wohlstand. Noch schlimmer handelt nur, wer Aktivitäten mit komparativen Nachteilen subventioniert, die selbst an Orten mit komparativen Vorteilen subventioniert werden. Das trifft sowohl auf die Wind- als auch auf die Sonnenenergie zu.
Man verstehe mich nicht falsch: ich bin für die Abwendung von fossilen Energiequellen. Ich bin auch der Meinung, dass die Schweiz hier eine Rolle zu spielen hat. Aber das sollte sie mit der globalen Sicht und dem Wagemut eines Investors wie Glencore tun und nicht mit dem Horizont von Umverteilern wie den rezyklierten Milchpolitiker an den Schalthebeln der Schweizer Energiepolitik – als ob diese in den globalen Energiemärkten Geld verdienen könnten.
SW/2017-11-20

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