Eine Steuer, die mehr wert ist

Wie generiert die Industrie Mehrwert? Die japanische Produktionsphilosophie Kaizen ist die Kunst des Weglassens. Sie generiert Mehrwert durch das Weglassen von Unnötigem (sog. “Muda” = Abfall, Verlust, Verschwendung). Unnötig ist dabei alles, woran der Kunde nichts hat. Weg mit jeder Handlung, mit jeder Berührung, die das Produkt nicht verändert (und zwar im Sinn des Kunden).

Aus dieser Sicht ist unter allen Steuern die Mehrwertsteuer jedem Produktionskundigen ein Graus. In der heutigen, hocheffizienten Wirtschaft nimmt die Spezialisierung zu; Zulieferketten werden länger. Trotzdem soll auf jeder Stufe der Wertschöpfung auf der Absatzseite eine Steuer entrichtet werden und gleichzeitig die Vorleistungen wieder abgezogen werden. Das alles muss natürlich minuziös kontrolliert und deshalb auch protokolliert werden mit einem ganzen Wust an Ausnahmen und Sonderregeln, um Ausnahmen, Partikularinteressen und schwierige Abgrenzungen, z.B. beim heute allgegenwärtigen grenzüerschreitenden Handel, vorzunehmen. Dabei wird die ganze Administration sowie eine gemeine Beweislastumkehr und damit ein würdeloses Risiko von Nachsteuern und Strafen der Wirtschaft aufgebürdet.

Was aber ist Sinn und Zweck dieses Zirkus? Einzig und einfach den Konsum mit einer prozentualen Umsatzsteuer zu belegen, wie das auch die US-Gliedstaatlichen Sales Taxen machen. Doch halt, hatten wir das nicht auch schon? Genau, es hiess damals Wust, die Warenumsatz-Steuer. Wunderbar einfach in der Administration erfüllte sie den Zweck. Klar, Dienstleistungen waren davon ausgenommen, aber was wäre einfacher gewesen, als diese einzubeziehen? Das ist wieder ein Beispiel, wo die bessere Schweizer Lösung zugunsten einer international abgestimmten, weit schlechteren abgeschafft wurde.

Die Wust hiess zwar Wust, aber die MwSt ist ein Wust. Sie produziert nichts als einen Wust an Muda, in diesem Fall bürokratischen Papierkram und Leerlauf. Sie leidet an einem äusserst ungünstigen Verhältnis zwischen Kosten und Ertrag. In der Schweiz würden wir Wachstum schaffen, wenn wir diese Steuer durch eine Konsum-Umsatzsteuer ersetzten. Dies würde auch die internationale Logik der MwSt nicht beeinträchtigen, denn grenzüberschreitende Leistungen sind schon heute aus Sicht des Vorlieferanten von der MwSt befreit.

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